Zu Hause fühlen in Japan

Mit dem PROMOS-Stipendium des DAAD nach Japan
April bis September 2019

Studiengang: Pharmazeutische BiotechnologieGasthochschule:               Toyama Prefectural University
Abteilung: Department of Biotechnology – Biotechnology Research Center and Division of Biotechnology, Graduate School of Engineering
Labor: Laboratory of Plant and Cell Engineering       

Im Zeitraum vom 29. März bis 16. Oktober 2019 lebte ich in Japan, um das Land, die Leute kennenzulernen und praktische Erfahrungen zu sammeln. Der Kontakt kam durch die Vermittlung meiner Professorin zustande. Im Vorfeld war vieles bezüglich des Studenten-Visums und meiner Unterkunft und Beschäftigung für die 6 Monate zu regeln. Trotz der noch nicht bestehenden Partnerschaft verlief zwischen den Hochschulen die Kommunikation reibungslos und so kam der Tag der Abreise immer näher. Nach 20,5 h im Flugzeug und auf Flughäfen kam ich endlich in Toyama an. Mein Betreuer vor Ort und eine Studentin holten mich vom Flughafen ab. Nachdem ich mein Gepäck in das Hotel gebracht hatte (meine Bleibe für die ersten 3 Nächte), ging es auch gleich zur Toyama Prefectural University in Imizu, Toyama. Ich lernte die Studenten aus meinem Labor kennen, was eine eher steife und chaotische Begrüßung wurde. Die nächsten drei Tage hatte ich Zeit, die Umgebung von meinem Hotel genauer unter die Lupe zu nehmen und herauszufinden, wie es um die Einkaufsmöglichkeiten bestellt war. Ab dem 01. April zog ich in eine kleine Einraumwohnung, 5 Minuten von der Uni entfernt und fing auch gleichzeitig an im Labor zu arbeiten. Da der Professor, der mich vor Ort betreute, nur wenig Zeit hatte, wurde ich von einer der Masterstudentinnen eingewiesen und instruiert.

Die Verständigung auf Englisch mit den japanischen Studenten war zu Beginn problematisch, aber das besserte sich mit der Zeit. Im Vorfeld hatte ich einen Vorkurs in Japanisch belegt, der mir dort nicht so wirklich weiterhalf. Dafür brachten mir die Studenten immer mal wieder neue Worte bei und im Gegenzug lehrte ich ihnen Englisch. Während der ersten Wochenenden erkundete ich die Gegend um meine Wohnung und richtete mich häuslich ein, dafür bekam ich einige Geräte vom Laborleiter geliehen. Ich unternahm auch viel mit den Studenten. Wir fuhren in die Berge, ans Meer, auf Festivals, gingen zusammen essen, shoppen oder ins Kino. Einmal hatten wir extra von dem Leiter des Labors frei bekommen, um zum Murodo Plateau und zu einer 16 m hohen Schneemauer zu fahren. An einem anderen Tag fuhren wir nach Kurobe und nach Kanazawa ans Meer.                                                                                                   

              Kirschblüte (Sakura) in Toyama

Meine Arbeitszeiten waren regulär von 9 Uhr bis 17 Uhr, allerdings wurden daraus auch gerne mal 12 oder 13h im Labor. Das Labor bot ausreichend Platz und war technisch gut ausgerüstet. Die größeren Geräte wurden mit den anderen Abteilungen geteilt. Auch die Bibliothek und die Mensa waren angenehm großräumig. Zur Mittagszeit haben sich immer einige Studenten gefunden, mit denen ich in der Mensa essen konnte. In meinem Büro arbeiteten 10 Studenten. Es war trotzdem sehr still. Mein Thema, an dem ich in dem Labor arbeitete, befasste sich mit der Biochemie im Sekundärmetabolismus von Pflanzen. Dazu musste ich lernen, wie Bambuszellen zu kultivieren sind und die Kultivierungsbedingungen zu optimieren. Des Weiteren wurden die Bambuszellen untersucht und bestimmte Stoffe aufgereinigt, um danach die Struktur dieser Stoffe zu bestimmen.                                                                                                                           

 Auch außerhalb der Universität gab es viele neue Erfahrungen für mich, so wurde das Geld für die Miete nicht überwiesen, sondern zur Bank gebracht. Generell wird in Japan noch sehr viel in bar bezahlt. Es gab in meiner Nähe viele verschiedene Einkaufsmöglichkeiten, unter anderem einige Kombinis, bei denen man Mo-So von 7-23 Uhr einkaufen konnte. Mit dem Essen hatte ich keinen Probleme, im Gegenteil es war so lecker. Ich wollte alles probieren und so machten es sich die Studenten zur Aufgabe, mir immer etwas kulinarisch Neues zu präsentieren und meine Reaktion abzuwarten. Ich habe in meiner Zeit in Japan das Matcha-Eis (Matcha=Grüner Tee) für mich entdeckt. 

   Kurobe

Wer einmal in Japan ist, der soll, wenn möglich, ein Festival besuchen. Ich hatte das Glück viele Festivals besuchen zu können und damit meine ich nicht Musikfestivals, wie es sie bei uns gibt, ich meine Stadt- und Straßenfeste. Diese Feste zeigen die Menschen von einer ganz anderen, einer ausgelassenen, Seite, die man, eventuell. noch während eines gemeinsamen Essens, sonst aber nicht während des normalen Alltags erlebt. Diese Festlichkeiten finden zu unterschiedlichen Anlässen und Jahreszeiten statt. Dabei tragen viele Leute traditionelle Kleidung und die Schreine und Tempel sind oft mit vielen Laternen geschmückt.                                        

Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und am 27. September verließ ich dann wieder das Labor. Es gab ein kleines Abschiedsfest, auf dem viele Tränen vergossen wurden. Da ich von Anfang an geplant hatte, noch etwas in Japan herumzureisen, führte mich mein Weg in den Wochen noch über Kyoto, Nara nach Tokyo, wo dann am 16. Oktober 2019 mein Flieger Richtung Deutschland startete.

Festwagen auf dem Shinminato Hikiyama Festival

Takaoka Mikuruma Festival

Hilfreiche Apps und Internetseiten, Bücher:

Apps:  
NAVITIME Routenplaner (auch mit JR PASS), Karten, Reiseführer
Japanese Dictionary Takoboto Wörterbuch (allerdings nur in Englisch)
Japan Official Travel App Reiseführer
LingoDeer lerne Japanisch Um Japanisch zu lernen
   
Internet:  
https://wanderweib.de/ Hilfreiche Tipps rund um Japan
   
Bücher:  
Lonely Planet Japan Reiseführer
Lonely Planet Japanisch Reise-Sprachführer mit Wörterbuch
Japan für die Hosentasche Interessante Hintergrundinformationen über die Kultur

Fazit

Ich kann eine Reise nach Japan nur empfehlen, da man sich dort schnell wie zu Hause fühlt, wenn man sich auf die etwas andere Kultur einlässt. Natürlich ist ein Besuch der Städte wie Tokyo, Nara und Kyoto ein Muss. Allerding möchte ich jedem auch gerne Toyama, Kanazawa und dessen Umgebung ans Herz legen. Kanazawa ist eine wunderschöne Landschaft am Meer. Toyama hat im Norden das Meer und im Süden die japanischen Alpen, was schon eine Reise für sich wert ist. Außerdem gibt es an jeder Ecke einen kleinen Schrein oder Tempel zu entdecken. Die Menschen in Japan sind überaus höflich, hilfsbereit und gelassen. Hervorzuheben ist auch der gute Service und die Sauberkeit.

Kirschblütenbäume

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