Ein Jahr Erasmus in Antalya, Türkei

Warum Türkei? Das ist wohl die Frage, die ich, verbunden mit meinem Erasmus-Aufenthalt, am häufigsten gestellt bekomme. Sicherlich berechtigt, aufgrund der in den hiesigen Medien dargestellten Situation, meinen nicht vorhanden Türkischkenntnissen und meinem English Level, das zunächst nur für einen Small Talk ausreichte.

Die Bedenken über die Sicherheitslage in der Türkei waren schnell ausgeräumt. Module in englischer Sprache wurden zumindest auf der Homepage der Uni angezeigt, und mein Englisch sollte sich hoffentlich schnell genug verbessern. Genau deshalb wollte ich ja ins Ausland. Ausschlaggebend für Antalya war mein kurzer Türkeiaufenthalt ein Jahr zuvor und die damit verbundene Neugierde, das Land und die Kultur näher kennenzulernen.

In der Türkei angekommen traf ich zum ersten Mal Deniz, eine Kommilitonin aus Görlitz. Sie war ebenfalls mit Erasmus nach Antalya gekommen, spricht perfekt türkisch und hat Verwandtschaft in Antalya. Eine WG hatte sie auch schon gemietet, sodass ich nur noch einzuziehen brauchte. Besser konnte es nicht laufen.

Meine Mitbewohnerin Deniz – im Hintergrund Antalya

 

Zusammen erledigten wir in den ersten Tagen die Formalitäten an der Universität. Wider Erwarten spricht auf dem riesigen Campus, der eher einer Kleinstadt gleicht, kaum jemand Englisch. Aber glücklicherweise gab es ja Deniz, die immer wieder aushalf.

Antalya – Blick vom Altstadthafen

 

Maschinenbaufakultät mit Kommilitonen aus Polen und Indonesien

 

Nach wenigen Wochen und mehreren Erasmusveranstaltungen war mein Englisch soweit gefestigt, dass auch die Vorlesungen keine Probleme mehr machten. Auch wenn ein Studium in der Türkei wegen der Anwesenheitspflicht, den ständigen Leistungskontrollen und täglichen Hausaufgaben sehr zeitaufwändig ist, war endlich Zeit, die nähere Umgebung zu erkunden.

Akdeniz University Cycling Team

 

Kappadokien

 

Im Mountainbike-Team der Universität wurde ich herzlich aufgenommen. Zusammen erkundeten wir auf unzähligen Kilometern die reizvolle Landschaft und kulturellen Sehenswürdigkeiten rund um Antalya. Diese Stadt hat mit über 3000m hohen Gipfeln, kilometerlangen Stränden und 4000 Jahre alten antiken Stätten eine Menge zu bieten.

Weitere Sehenswürdigkeiten in der Türkei wurden zusammen mit den anderen Erasmusstudenten besucht. Pamukkale und Kappadokien waren unter denen, die mich am meisten beeindruckt haben.

Für mich war schnell klar, dass ich meinen Aufenthalt um ein weiteres Semester verlängern wollte. Organisatorisch war das schnell erledigt, auch aufgrund der unkomplizierten Kommunikation mit der Hochschule Zittau/Görlitz. Neue Mitbewohner wurden auch gefunden, sodass ich die WG weiterführen konnte.

 

Im zweiten Semester war alles etwas einfacher. Zusätzlich zu den regulären Vorlesungen ist es grundsätzlich möglich, als Erasmusstudent an den Kursen der Sportfakultät teilzunehmen. Hier findet man von Fußball über Klettern bis Scuba Diving einfach alles. An den Wochenenden blieb wieder genug Zeit, um die eine oder andere Reise zu unternehmen oder zusammen mit dem Akdeniz Team an Wettkämpfen im gesamten Land teilzunehmen.

1. Platz beim Wettkampf in Mersin

 

Letztendlich waren die zwei Semester viel zu schnell vorbei. Egal, ob es die türkische Gastfreundschaft, das Essen, das Wetter oder der Campus war. Alles war einfach perfekt. Was am Ende bleibt, sind die Freundschaften und tollen Erfahrungen. Allein deshalb war Erasmus ein voller Erfolg.

Meine Mitbewohner Angelika und Daria – zusammen mit Deniz die besten Menschen, die ich kennenlernen durfte

 

 

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