Oh, Bali!

 

Ein Auslandssemester auf Bali mit IBSN: von Kokosnüssen, Kakaobohnen und Kursen unter Palmen

Bewerbung und Ankunft an der Gasthochschule

Für mich stand schon seit sehr langer Zeit fest, dass ich das vorgeschriebene Auslandssemester auf Bali verbringen werde. Ich wollte unbedingt wissen wie es ist, über einen längeren Zeitraum in einer fremden Kultur zu leben und ein Teil dieser zu werden. Zudem war eine der schönsten Tourismusdestinationen der Welt einfach perfekt für diese Erfahrung geeignet. Außerdem: Wann hat man wieder die Möglichkeit in einem tropischen Reiseziel “dauerhaft” zuleben?

Aus diesem Grund startete ich meine Vorbereitungen frühzeitig. Im Oktober 2017 schickte ich meine Bewerbung an IBSN – International Business Studies Network – die Organisation, über die ich mein Auslandssemster durchgeführt habe und erhielt bereits wenige Tage später die Zusage. Danach gab es noch einige formelle Dinge zu erledigen: es mussten Versicherungen abgeschlossen, Hin-und Rückflüge gebucht, eine Unterkunft gesucht und ein Studentenvisum beantragt werden. Das Visum war dabei eines der letzten Dinge die ich erledigt habe, da es ab Beantragung nur drei Monate lang zur einmaligen Einreise nach Indonesien bereichtigt. Aus diesem Grund muss dabei besonders gut geplant werden, damit das Visum nicht zu früh beantragt wird. Die Bearbeitungsdauer für die Visumserteilung beträgt in Berlin ca. vier Wochen. Ich habe mein Visum per Post beantragt, es gibt jedoch auch die Möglichkeit das Visum persönlich in der Botschaft zu beantragen, dann ist die Bearbeitungsdauer deutlich geringer.

So ein Studienaufenthalt auf Bali muss natürlich auch finanziell abgesichert werden. Durch eine Informationsveranstaltung der HSZG erfuhr ich von den PROMOS Stipendien. Ich bewarb mich umgehend. Der Bewerbungsprozess war einfach und zügig: Ich musste ein Motivationsschreiben, meinen Lebenslauf sowie eine aktuelle Leistungsübersicht einreichen und bereits wenige Wochen später erhielt ich das Ergebnis. Ich hatte den zweiten Platz im hochschulinternen Ranking erlangt und bekam eine einmalige Gesamtzahlung zugesprochen. Ich habe auch beim Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim Auslands-Bafög beantragt. Den Antrag reichte im bereits im Dezember ein und bekam erst Ende September ein Ergebnis. Man sollte selbst für eine abgesicherte Finanzierung des Auslandsaufenthaltes sorgen. Ich arbeitete von Oktober 2017 bis kurz vor meinem Abflug nach Bali im September 2018 neben dem Studium in einem Supermarkt, um mir mein Auslandssemster finanzieren zu können.

 

Durch eine Informationsveranstaltung der HSZG erfuhr ich von den PROMOS Stipendien. Ich bewarb mich umgehend.

 

Am vierten September 2018 war es dann endlich soweit: Ich und drei weitere Kommilitonen starteten unser Abenteuer. Wir flogen mit Qatar Airways von Berlin-Tegel über Doha nach Denpasar auf Bali. Nach einem insgesamt 17 stündigen Flug kamen wir erschöpft auf Bali an.

Bereits drei Tage später veranstaltete die Studienorganisation eine Welcome-Party. In einem der zahlreichen Fischrestaurants am Strand von Jimbaran erhielten wir traditionellen balinesischen Kopfschmuck, lernten unsere Mitstudenten kennen und genossen den traumhaften Sonnenuntergang bei einer frischen Kokosnuss.

Am Montag darauf war es dann endlich soweit: Der erste Uni-Tag stand an. Prof. Passon, der Gründer von IBSN, gab zahlreiche Informationen über das Studium und das Leben auf Bali. Er stand uns auch sonst immer mit Rat und Tat zur Seite: Egal ob gesundheitliche Probleme und Arztempfehlungen, Restauranttips, gute Surflehrer und Surfspots oder einfach nur Ausflugstips, Herr Passon hatte immer eine passende Antwort und ein offenes Ohr.

Etwas verwirrt waren alle 230 Studenten dann plötzlich doch, als bereits am ersten Tag die Abschlussfotos gemacht wurden. Klassenweise wurden Fotos im typischen Graduation-Outfit mit Talar und Hut gemacht.

 

Ich wollte unbedingt wissen wie es ist, über einen längeren Zeitraum in einer fremden Kultur zu leben und ein Teil dieser zu werden.

 

Taman Festival Park

Unterkunft 

Ich hatte bereits im Voraus eine Unterkunft für den gesamten Studienaufenthalt gebucht. Natürlich kann man sich auch vor Ort eine Unterkunft suchen, man sollte dann jedoch etwas mehr Zeit dafür einplanen und eventuell auch eher anreisen, da ein Großteil der ausländischen Studenten Anfang September auf der Suche nach einer geeigneten Unterkunft ist.

Ich habe meine Unterkunft – ein Appartment mit Küchenzeile in einem Hotel ca. 3 Rollerminuten vom Campus entfernt – über Auslandssemster Bali gebucht. Wichtig zu wissen dabei ist, dass die gesamte Miete im Voraus bezahlt werden muss, was natürlich eine größere finanzielle Belastung darstellt.

Das Highlight meiner Unterkunft war die große Dachterasse. Vor dort aus hatte ich einen atemberaubenden Blick über die Bucht von Jimbaran, den Mangrovenwald, den Hafen von Benoa, das Luxusviertel Nusa Dua, den Flughafen Denpasar und die weltgrößte Bronzestatue im Garuda Wisnu Kencana Kulturpark.

 

Studium an der Gasthochschule

Von montags bis mittwochs finden Vorlesungen an der Udayana Universität statt. Diese gehen je nach belegten Kursen von 8:30 Uhr bis 14:05 Uhr. IBSN verfügt über zwei Universitätsgebäude, welche auf dem Internationalen Campus in Jimbaran untergebracht sind. Die Vorlesungen werden auf Englisch gehalten.

Ich habe 5 von 6 Kursen besucht, was 30 ECTS Punkten entspricht. Ich hatte Kurse in Tourism and Service Marketing, Business Economics, Project Management, Cross Cultural Management und Bahasa Indonesia. In den meisten Kursen wurden verschiedene Gruppenarbeiten durchgeführt bzw. Vorträge ausgearbeitet sowie Belege geschrieben.

Neben den regulären Kursen fand jeden Mittwoch auch noch eine Guest lecture statt. Dazu wurden diverse Personen aus Bali an die Udayana Universität eingeladen, die dann einen entsprechenden Vortrag hielten. Unter anderem wurden wir durch zwei Herren der Einwanderungsbehörde über die Visabestimmungen aufgeklärt; von einem renommierten Arzt vor tropischen Krankheiten gewarnt; durch deutsche Auswanderer informiert, wie auf Bali ein erfolgreiches Unternehmen geführt werden kann; und auch auf die Gefahren eines möglichen Vulkanausbruches des Mount Agung wurden wir durch eine Vulkanologin vorbereitet.

 

Tirta Gangga

Jeden Donnerstag wurde durch IBSN bzw. durch einzelne Studenten eine Exkursion organisiert. Auf diese Weise konnte die Insel noch besser kennengelernt werden und nebenbei konnte man noch nützliche Erkenntnisse und Tipps von den besuchten Orten und ihren Besitzern erfahren. Die ersten 2 Exkursionen waren Ganztagesexkursionen. Das erste Exkursionsziel war das Tauchterminal in Tulamben. Hier wurden wir über die Erlangung eines Tauchscheins aufgeklärt und erfuhren, wie der heutige (europäische) Besitzer des Hotel- und Tauchresorts sein Unternehmen aufgebaut hat. Da die Exkursionen immer auch einen praktischen (spaßigen) Teil enthalten, durfte natürlich eine Schnuppertauchstunde nicht fehlen. Wer nicht tauchen wollte, konnte stattdessen schnorcheln. Die zweite Tagesexkursion führte uns in den Westen der Insel. Wir fuhren auf der Ladefläche eines alten LKW´s durch eine Kautschukplantage, tranken eine frisch gepflückte Kokosnuss und kosteten eine rohe Kakaobohne. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den berühmten Tannah Lot Tempel.

Die weiteren Exkursionen waren nur noch halbtages Exkursionen. Wir besichtigten das Bali Museum sowie das Bajra Sandhi Monument in Denpasar. Testeten uns auf einer Luwak Kaffee Plantage durch zahlreiche Tee- sowie Kaffeesorten. Trafen in Nusa Dua auf einen bayrisch sprechenden Balinesen, der für das ITDC (Indonesian Tourism Development Center) arbeitete und uns über die Fakten des Bezirks “Nusa Dua” aufklärte. Wir bestiegen den Vulkan Mount Batur, die Tour begann um 2 Uhr nachts, da wir zum Sonnenaufgang auf der Spitze sein wollten.

 

Wer nicht tauchen wollte, konnte stattdessen schnorcheln. Die zweite Tagesexkursion führte uns in den Westen der Insel. Wir fuhren auf der Ladefläche eines alten LKW´s durch eine Kautschukplantage, tranken eine frisch gepflückte Kokosnuss und kosteten eine rohe Kakaobohne. Auf dem Rückweg besuchten wir noch den berühmten Tannah Lot Tempel.

 

Ein wichtiger Teil des Studiums waren die Empowerment Teams. Dazu wurden im Vorfeld Umfragen durchgeführt und jeder Student wurde in ein Team zugeordnet, welches seinen Interessen und Fähigkeiten am besten entsprach. Zur Auswahlt standen folgende Empowerment Teams: Coordination; Cashier & Traffic; Guest Lecturer; Excursion Marketing; Excursion Culture; Sports; Charity; Creativity; Evaluation und Documentation. Innerhalb seines Teams hatte man entsprechend definierte Aufgaben zu erledigen. Ich selbst war im Coordination Team und war somit als Klassensprecher tätig. Einmal in der Woche wurde eine Teamleadermeeting abgehalten, in dem Probleme und die nächsten Schritte der einzelnen Teams besprochen wurden. Zudem musste wöchentlich durch jedes Empowerment Team ein Bericht über ihre Tätigkeiten angefertigt werden.

 

Alltag und Freizeit 

Während meines Auslandssemesters auf Bali hatte ich ausreichend Zeit Land und Leute kennenzulernen. An den drei freien Tagen pro Woche bleibt genug Zeit, um Ausflüge quer über die Insel zu unternehmen. Selbstverständlich kommt auch das typische Studentenleben auf Bali nicht zu kurz: in den Touristenzentren gibt es zahlreiche Clubs, in denen täglich Partys stattfinden. Auch innerhalb des Studentenkreises wurden viele Villa-Partys veranstaltet.

Da das Semester auf Bali eine zweiwöchige Ferienzeit enthält, bleibt somit auch Zeit für länger dauernde Reisen bzw. Unternehmungen.  In den Ferien fuhr ich sowohl nach Gili Air als auch nach Lombok. Zudem nahm ich an einer fünf tägigen Komodo-Kreuzfahrt auf einem als Segelboot deklariertem Schiff teil. Die Kreuzfahrt führte von Lombok über Sumbawa zum Komodo-Nationalpark bis nach Flores und wieder zurück.  Während der Reise besuchte ich wunderschöne einsame Strände, schnorchelte mit Schildkröten und zahlreichen bunten Fischen, badete mit Hirschen im türkisen Meer, besuchte einsame Mini-Inseln und sah die mächtigen Komodo-Drachen in ihrer natürlichen Umgebung.

 

Danau Bratan

Eins meiner persönlichen Highlights auf Bali war der Besuch des Taman Festival Parks. Dies ist ein ehemaliger Freizeitpark, welcher vor etwa 30 Jahren stillgelegt wurde. Während des Rundgangs durch das Gelände konnte ich diverse Entdeckungen machen und mir vorstellen, wie der Park und die einzelnen Stationen wohl vor rund 30 Jahren ausgesehen haben und was genau an den einzelnen Orten angeboten wurde. Zudem herscht eine sehr mystische Atmosphäre und ich fühlte mich wie im Jurassic Park. Der Taman Festival Park ist ein Hidden Place auf Bali und ich kann einen Besuch dort unbedingt empfehlen. Vor Ort sind zudem zahlreiche Grafittikunstwerke zu bestaunen.

 

Während der Reise besuchte ich wunderschöne einsame Strände, schnorchelte mit Schildkröten und zahlreichen bunten Fischen, badete mit Hirschen im türkisen Meer, besuchte einsame Mini-Inseln und sah die mächtigen Komodo-Drachen in ihrer natürlichen Umgebung.

 

 

 

Anerkennung von Studienleistungen

Die HSZG erkennt alle von mir belegten Kursen an der Udayana Universität an. Hierzu wurde vor meiner Abreise ein Learning-Agreement erstellt, welches sowohl von Seiten der HSZG als auch von der Udayana Universität unterzeichnet wurde. Somit hat sich das Auslandssemster in vollem Umfang für mich gelohnt.

Reisterrassen bei Ubud

 

Fazit/Kritik

Während des Auslandssemsters auf Bali geht es vor allem darum, in einer andersartigen Kultur zu leben und mit dieser Umstellung zurecht zukommen.  Diese Herausforderung habe ich meiner Meinung nach sehr gut gemeistert. Ich habe mich durch den Aufenthalt in meiner Persönlichkeit weiterentwickelt: bin offener, selbstständiger und unternehmenslustiger geworden.

Ich kann jedem empfehlen ein Auslandssemester auf Bali zu machen. Ich konnte so viele Erfahrungen, Eindrücke und neue Lebensphilosphien sammeln, die ich nie wieder vergessen werde und die mein Leben nachhaltig beeinflusst haben.

Ich habe auf Bali eine wunderbare Zeit erlebt, die ich nicht missen möchte und auf die ich immer positiv zurückblicken werde.

 

Facts

Studienfach Internationales Tourismusmanagement
Land Deutschland
Partneruniversität Udayana University
Studienjahr Wintersemester 2018
Angestrebter Abschlussgrad Master of Arts
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