Aufbau einer Online-Community während des Studiums

Hi! Ich bin Gustav. Heute berichte ich davon, wie ich in Görlitz studiere und nebenbei meine eigene Website aufbaue. Ich erzähle von meinem Projekt, wie ich darauf gekommen bin und den Herausforderungen, die es dabei gibt.

Angefangen hat alles im August 2017.

Ich hatte seit meinem Schulabschluss keinen Schimmer gehabt, was ich machen will. Ich war anderthalb Jahre herumgereist, hatte ein Praktikum gemacht und mich in vielen verschiedenen kleinen Jobs probiert. Das hat für eine Weile Spaß gemacht, aber nach zwei turbulenten Jahren hatte ich keine Lust mehr auf dieses hin-und-her-hüpfen. Und deswegen habe ich mich damals entschieden zu studieren. Und als ich bei meiner Suche nach Studiengängen auf Kommunikationspsychologie traf, war meine Entscheidung schnell gefallen. Es war das perfekte Studienfach für mich, weil es sich zum einen mit zwischenmenschlicher Kommunikation befasst, die mich mein ganzes Leben schon beschäftigt hat und zum anderen auch Aspekte aus dem Bereich des Marketing aufgreift, wo ich zuvor gearbeitet habe. Anschließend habe ich mich eingeschrieben und auf den Start des Studiums gewartet. Aber ich wollte damals schon mehr. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, etwas nebenbei zu tun, um schon während meines Studiums Praxiserfahrung zu sammeln.

Und so bin ich auf die Idee meiner heutigen Website gekommen.

Mein Warum:

Ich habe mich entschieden eine Website zu entwickeln, auf der es um zwischenmenschliche Kommunikation geht. Speziell darum, Menschen die Schwierigkeiten damit haben, Mittel und Methoden an die Hand zu geben, um besser zurechtzukommen. Zur Zielgruppe gehört nicht die durchschnittliche Person von nebenan, sondern Menschen, die sich wirklich schwertun, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen und zwischenmenschliche Verbindungen aufzubauen.

Es gab vier zentrale Gründe für den Bau der Website:

  • Ich hatte Lust zu lernen, wie man eine Website baut. Ich hatte schlichtweg Lust auf den technischen Aspekt des Projekts. Ich hatte davor noch nie an einer Website herumgeschraubt und hab den Computer eigentlich nur zum Spielen und Videos schauen genutzt, aber aus irgendeinem Grund hat mich diese Idee gereizt.
  • Ich möchte mein Wissen weitergeben und Menschen positiv beeinflussen. Die Dinge, über die ich auf meiner Website schreibe, haben mich selber lange beschäftigt. Ich weiß wie es einem geht, wenn man sich sozial inkompetent fühlt und ich möchte den Lesern zeigen, dass sie damit nicht alleine sind und dass es einen Weg daraus gibt.
  • Ich wollte meine Zielgruppe besser kennenlernen. Man kann Menschen nicht helfen, wenn man nicht weiß, was ihr Problem ist. Durch den Kontakt zu meiner Community habe ich schon jetzt so viel darüber gelernt, wie sie ticken, wovor sie Angst haben und was ihre größten Wünsche sind. Man erfährt auch Geschichten von Menschen, die ihre Probleme schon überwunden haben und was ihnen geholfen hat. Ich wollte eine Reichweite aufbauen, die ich nach meinem Studium nutzen kann.
  • Was genau ich nach dem Studium mache, weiß ich noch nicht. Was ich aber weiß: Eine Reichweite zu Menschen, die sich für die Arbeit interessieren, die man tut, ist immer wertvoll! Egal wie gut du als Coach, Trainer oder Speaker bist, wenn du keine Klienten hast, kannst du auch niemandem helfen. Und weil genau das für viele Leute ein Problem ist, wollte ich so schnell wie möglich einen Zugang zu meiner Zielgruppe finden.

 

Die Umsetzung:
Im November 2017 habe ich losgelegt. Hoster gefunden, Domain registriert und WordPress installiert. Ich hatte zuvor zwei Monate lang nur gelesen und Informationen gesammelt und war bis in die Haarspitzen motiviert. Aber die erste Motivation ist ziemlich schnell verebbt, weil ich nur langsam vorangekommen bin. Der lange Atem war für mein Projekt wichtiger, als kurzfristige Begeisterung. Ich musste mir selber beibringen eine Website zu erstellen und zu bearbeiten. Ich habe alles alleine gemacht, weil ich kein Geld hatte, jemanden dafür zu bezahlen. Das hat eine ganze Weile gedauert, aber ich hab eine Menge gelernt. Sogar ein bisschen programmieren. Dann habe ich erste Artikel geschrieben. Und dafür brauchte ich viel Überwindung, weil es mir so bescheuert vorkam. Artikel zu schreiben, die sowieso niemand liest. Außer vielleicht meine Mama und meine Oma. Wozu mache ich das? Aber irgendwann haben sich immer mehr Menschen auf die Seite verirrt und dadurch wurde es leichter. Plötzlich habe ich E-Mails bekommen von Lesern, die von den Artikeln begeistert waren. Das gibt wieder zusätzliche Energie. Und so habe ich bis heute Schritt-für-Schritt die Website immer wieder verbessert und neue Inhalte hochgeladen.

Mittlerweile kommen jeden Monat 1500 neue Besucher auf die Website. Das ist für Online-Verhältnisse noch nicht besonders viel, aber ich bin dennoch froh über die Entwicklung und schaue mit großer Freude in die Zukunft.

 

Herausforderungen:

Mir ist es nicht immer leicht gefallen, Prioritäten zu setzen. Manchmal wäre das Studium sogar beinahe zu kurz gekommen. Auch als Student hat man nicht unendlich Zeit und gelegentlich will ich ja auch mal an der Neiße ein Bier trinken und nicht nur arbeiten und lernen. Ich mag das Studium sehr gern, aber die Website ist zurzeit mein Herzensprojekt und da kann es schon mal vorkommen, dass ich ein paar Vorlesungen verpasse, während ich in der Bibliothek an einem neuen Artikel schreibe. Auf der anderen Seite ist da die Prüfungsphase. Da lerne ich von morgens bis abends und denke an nichts anderes mehr. In dieser Zeit kommt dann die Website ein bisschen zu kurz und die Emails häufen sich an. Aber auch das lässt sich dann nach (meistens) bestandenen Prüfungen, mit etwas Zeitaufwand wieder gerade rücken. Außer dem Spagat zwischen Studium und Website gibt es noch die Herausforderungen, dass ich alles alleine mache. Dadurch muss ich mir erst einmal alles selber beibringen und es dauert länger. Einzig und allein die Bilder auf meiner Seite stammen übrigens nicht von mir. Die zeichnet ein Freund für mich.

 

Mein Fazit:

Wenn auch du während deines Studiums eine Online-Präsenz aufbauen willst, möchte ich dich warnen. Ohne Einsatz und Arbeit geht da nichts. Aber wenn du Lust hast und dran bleibst, kann es sich auszahlen. Ich höre in letzter Zeit häufig Beschwerden darüber, wie das Internet und die sozialen Netzwerke uns und vor allem den Kindern schaden. Das mag wahr sein, aber solche Beschwerden bringen nicht viel. Viele Bereiche des Arbeitsmarkts und Alltags werden nun einmal aufs Internet verschoben und dieser Prozess lässt sich nicht aufhalten. Entweder man kann das Internet verfluchen oder man kann es nutzen, um Menschen zusammenzubringen und Mehrwert zu schaffen. Ich glaube, dass eine Online-Präsenz in Zukunft für diejenigen, die andere Menschen erreichen wollen, von unschätzbarem Wert ist.

Falls du während des Beitrags neugierig geworden bist und mal einen Blick auf meine Website werfen willst. Hier sind meine letzten drei Artikel:

Ich danke dem HSZG-Blog vielmals für die Möglichkeit, meine Geschichte zu erzählen und hoffe, du hattest Spaß am Lesen.

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