Sadoks Reise geht weiter – Arbeiten in Kanada

Meine ersten Arbeitstage

Nach meiner turbulenten Ankunft in Kanada ging es recht flott an die Arbeit. Als ich zum ersten Mal das Labor betrat, welches von nun an mein Arbeitsplatz sein sollte, fühlte ich mich, als wäre ich in einem Traum. In einem Vorraum befanden sich unzählige, beeindruckende Roboter, die jeden, der neu an der University of Calgary war, für ein paar Minuten an das Schaufenster fesselten. Ich arbeite im Labor als Konstrukteur und darf viele verschiedene Projekte selbst mit betreuen und unterstützen. Der Einstieg verzögerte sich erst etwas, da ich die beiden mir zur Verfügung gestellten Computer erstmal nachrüsten musste, um den Anforderungen gerecht zu werden. Dies hat mir jedoch genauso viel Spaß gemacht, wie die kommende Arbeit. Insgesamt war die Atmosphäre vom ersten Tag an sehr schön. Ich habe acht Kollegen von denen ich bisher Achraf aus Ägypten, Marshall aus Kanada, Shady aus dem Iran und Jamie aus Mexico kennengelernt habe. Wir sind also sehr international aufgestellt, was mir ebenso gut gefällt.

Über das Labor

Unser Labor heißt AR²S-Labor, das steht für: Autonomous Reconfigurable Robotic Systems. Wir befassen uns also mit allen Arten von unbemannten Robotern. Zum Beispiel gibt es einen Humanoid Roboter namens THORMANG3 by Robotis. Dieser wird bereits probeweise im Alberta Children’s Hospital eingesetzt, um Kinder während einer medizinischen Behandlung abzulenken. Experimente ergaben, dass Kinder dem Roboter mehr trauen und ihnen somit die Angst während Diagnose und Behandlung genommen werden kann. Andere Roboter werden beispielsweise darauf programmiert, Gas Pipelines von innen auf Lecks und Risse zu überprüfen. Wie ihr seht, geschieht viel spannende Forschungs- und Entwicklungsarbeit und ich freue mich sehr, ein Teil dessen sein zu dürfen.

Sadok im Labor

Meine Projekte

Meine erste Aufgabe besteht darin, Änderungen an einem unbemannten U-Boot vorzunehmen. Hierfür gestalte ich Teile neu und führe, wenn nötig, FEM Analysen durch um zu überprüfen, ob es Spannungen und Kräfte aushält. Das Fahrzeug kann in verschiedenen Umgebungen genutzt werden, zum Beispiel um unter Wasser nach Sachen zu suchen und sie zu bergen oder beengte Räume zu kontrollieren. Dazu kann es bis zu 50 Meter tief tauchen und ist mit zwei Greifern und Kameras ausgestattet.

Das Design ist von der Natur inspiriert und soll an einen Rochen erinnern

Betreut werde ich vom Leiter und Koordinator des Labors Dr. Alex. Bereits im Vorhinein haben wir uns über den E-Mail-Verkehr gut miteinander verstanden und auch jetzt fühle ich mich in guten Händen. Wir besprechen regelmäßig meine Aufgaben und Fortschritte und fördern damit meinen Lernprozess.

Die letzte Zeit habe ich regelmäßig freiwillig Überstunden im Labor gemacht, da mir die Arbeit an „meinem“ U-Boot riesen Spaß macht. Ich habe sowohl Design als auch Funktionalität bearbeitet und konnte dem Projekt somit meine eigene Handschrift verleihen.
Das Ganze ist eine kleine Übung für das kommende, große Projekt, das jedoch erstmal geheim bleiben soll.  Also lasst euch überraschen!

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