Studienreise nach Schottland

Endlich ist es soweit:
Für die Studierenden des Masterstudiengangs „Integriertes Management/Integrierte Managementsysteme“  geht es auf nach Schottland. In der Hauptstadt Edinburgh werden wir insgesamt an 3 von 5 Tagen Studienreise das „World Symposium of Social Responsibility and Sustainability“ begleiten. Dieses wird unter anderem von der University of Edinburgh und der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hamburg (HAW) organisiert. Ziel der Veranstaltung ist es, den interdisziplinären Austausch zwischen Wissenschaftlern, Unternehmen und politischen Organisationen zu unterstützen, die Forschung oder Projekte betreiben, die ihren Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung haben. Des Weiteren soll sich mit der Frage beschäftigt werden, wie Unternehmen  nachhaltig und mit sozialer Verantwortung agieren können.

Ich werde euch meine Erlebnisse und Eindrücke der Reise schildern und ich hoffe ich kann euch für diesen wunderschönen Flecken Erde begeistern.

Abreise

Die Reise beginnt und erstmal steht  Zugfahren auf dem Programm. Von Zittau nach Prag in 4 Stunden, denn der Flug nach Edinburgh geht vom Prager Flughafen. Unterwegs regnet es und während die Tropfen gegen die Zugfenster trommeln, frage ich mich ob uns wohl 10 Tage voll schlechtem Wetter bevorstehen. In Prag angekommen treffe ich mich mit meinem Bruder der in hier lebt und arbeitet. Mich erwartet schon einmal kein Regen. Soweit so gut. Den Tag verbringe ich dann gemeinsam mit meinem Bruder in einer wunderschönen Stadt mit viel Kultur und leckerem Essen.

Tag 1: Ankunft in der neuen Kultur

Am nächsten Tag klingelt der Handywecker 6.30 Uhr. Mit Metro und Bus geht es durch die Stadt direkt ans Terminal des Flughafens. Dort treffe ich meine Kommilitonen zusammen mit unserer Studiengangsleiterin Frau Prof. Brauweiler. Sie stehen bereits am check in und nach einem kurzen Herumgewühle im Koffer, den sich eine Freundin und ich teilen, kann auch ich unser Gepäck aufgeben. Eine viertel Stunde später sitzen wir vor dem Gate und warten. Wir tauschen unsere Erfahrungen im Koffer packen und den Irrungen und Wirrungen der „komplizierten“ Strecke von Zittau nach Prag aus. Die anderen sind nämlich mit dem Auto gefahren. Nach dem Sicherheitscheck und einer weiteren Wartepause geht es endlich ins Flugzeug. Please fasten your seat belt. Wir heben ab – auf nach Edinburgh.

Arthur’s Seat

Schottland

In der Hauptstadt erwartet uns erstmal etwas Unerwartetes – Sonnenschein. Und es ist richtig warm. Ich löse ein Ticket für den Shuttlebus und dann kann es endlich in Richtung Stadtzentrum gehen. Dort werden wir mit den Klängen eines Dudelsacks am Welverly Place empfangen. Ich nutze gleich die Gelegenheit um mein mitgebrachtes Bargeld in Pfund umzutauschen. Leider hatte ich beim Ticketkauf für den Bus das Problem, dass meine mitgebrachten Pfundmünzen nicht angenommen wurden. Diese hatte ich noch aus früheren Großbritannienreisen meiner Familie.  Nach einem 20 minütigen Fußmarsch mit Sack und Pack erreichen wir  dann unser Hostel, das Destiny Student Brae House. Circa 30 Euro kostet da eine Übernachtung im Doppelzimmer mit Bad. Die Küche teilen wir uns untereinander, da meine insgesamt 9 Kommilitonen und ich alle zusammen in ein Appartement mit 5 Doppelzimmern passen. Alles in allem eine gute Unterkunft zum moderaten Preis, die gerade einmal 10 Minuten zu Fuß vom Stadtkern entfernt liegt. Nachdem wir uns eingerichtet und einen Abstecher zur nicht weit entfernten Kaufhalle gemacht haben, laufen wir zum Holyrood Palace, die offizielle Residenz der Queen in Schottland. Von dort aus starten wir eine Hop-on Hop-off Tour.  Viele von euch kennen das sicher: Man macht eine Stadtrundfahrt bei der man allerdings die Möglichkeit hat unterwegs auszusteigen und sich umzusehen. Später kann man mit einem anderen Bus weiterfahren. Am grassmarket gibt es viele verschiedene Pubs und Restaurants, wo man auch draußen sitzen kann. Wir nutzen die Gelegenheit und verbringen in einem der Pubs den Abend. Da Haggis ein typisch schottisches Gericht ist, müssen wir das natürlich ausprobieren. Haggis ist ein mit Innereien gefüllter Schafsmagen. Klingt eklig, geht aber. Wir probieren es als „Pie“, also eine Art gefüllter (in dem Fall mit Haggis) Kuchen.

Grassmarket im Zentrum der Stadt unterhalb Edinburgh Castle

Tag 2: Zwischen Lowlands und Lochs

Wir nutzen den Tag, um uns die Umgebung von Edinburgh und die angrenzenden Lowlands anzusehen. Dafür haben wir eine Bustour bei „timberbrush tours“ gebucht. Highlights sind dabei der Loch Lommond – der flächenmäßig größte See in Schottland und Stirling Castle. Viele von euch (zumindest hoffe ich das) kennen sicher den Film „Braveheart“ mit Mel Gibson als William Wallace in der Hauptrolle. Stirling Castle spielt dabei eine bedeutende Rolle, wie in der gesamten schottischen Geschichte. Diese wird uns auch von dem Busfahrer während der Fahrten zu den verschiedenen Orten auf witzige Art und Weise näher gebracht. Kleine Details stellen sicher, dass auch der größte Schottlandfan neue Dinge erfährt.

Gruppenfoto am Loch Lommond

Gruppenfoto am Loch Lommond

Tag 3: University of Edinburgh

Am dritten Tag erkunden wir am Vormittag noch einmal auf eigene Faust Edinburgh und in der „Bank of Scotland“ kann ich sogar meine alten Münzen umtauschen.
Am Nachmittag treffen wir uns zum ersten Mal mit Mitarbeitern der University of Edinburgh in einem der vielen Gebäude der Universität. Es gibt mehrere Campusse, die in der ganzen Stadt verteilt sind. Die Mitarbeiter erzählen uns allgemeine Dinge über die Universität und ihr Wirken. Da die Universität Gastgeber für das „World Symposium of Responsibility and Sustainability“ ist, wird natürlich auch das Thema Nachhaltigkeit besprochen und wie die Universität versucht in ihrem Alltag das Thema zu behandeln und ihre Studierenden und Mitarbeiter darauf aufmerksam zu machen.

University of Edinburgh

Da an diesem Tag auch das letzte und entscheidende Gruppenspiel der Deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Südkorea bei der Fußball-WM stattfindet, suchen wir uns nach unserem Treffen in der Universität, einen Pub mit Public Viewing. Dort ist die Hölle los, da zeitgleich auch Mexiko gegen Schweden spielt. Den Großteil des Spiels haben wir schon verpasst und alles was wir sehen, ist das Drama in der Nachspielzeit. Ich unterhalte mich mit einem der Zuschauer der, als er erfährt dass ich aus Deutschland bin, es mit „poor you“ kommentiert. Aber ich merke deutlich dass er sich arg zusammenreißen muss nicht allzu glücklich über den Ausgang des Spiels zu wirken. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Später am Abend gehen wir noch auf den Arthur’s Seat, von dem aus man einen tollen Überblick über die Stadt hat und man von dort sogar das Meer sehen kann. Das entschädigt auch für die Pleite in der WM, obwohl ich an der Stelle zugeben muss, dass ich eh nicht der größte Fußballfan bin.

Sonnenuntergang über Edinburgh

Tag 4: Erster Tag des “World Symposium”

Am vierten Tag beginnt das „World Symposium“. Uns erwarten viele verschiedene Vorträge und Präsentationen rund um die Themen soziale Verantwortung und Nachhaltigkeit. Das ganze findet in zwei verschiedenen Räumen statt und man kann anhand des Ablaufplans entscheiden, welche Themen man interessant findet und man mehr dazu wissen möchte. Es sind viele verschiedene Menschen, aus allen Teilen der Welt da, unter anderem: China, Australien, Brasilien, Kanada, Indien, sowie natürlich Großbritannien und Deutschland. Wir sind den ganzen Tag dort und hören die verschiedenen Vorträge, die mal mehr und mal weniger interessant sind. Zum Ausklang des Tages haben wir auch nochmal die Möglichkeit, uns mit den anderen Teilnehmern zu einem Glas Wein und Musik auszutauschen. Im Anschluss daran gehen wir noch einmal mit unseren Professoren und Dozenten in einen Pub, da unter anderem Frau Prof. Brauweiler schon früh am nächsten Tag abreist.

Tag 5: Der zweite “World Symposiums” Tag

Am zweiten und letzten Tag des „World Symposiums“ werden abermals verschiedene Vorträge gehalten, auch von einem Mitarbeiter unserer Hochschule, Herrn Markus Will. Das war einer der besten Vorträge, wie nicht nur ich sondern auch meine Kommilitonen und auch andere Teilnehmer der Tagung finden. Herr Will erhält für das zum Vortrag dazugehörige Paper, die Auszeichnung „Best Paper-Award“, welche vom Leiter der Tagung Walter Leal vergeben wird. Die Tagung endet im Anschluss daran und während unsere verbleibenden Dozenten sich auf ihre Rückreise noch am selben Tag vorbereiten, haben meine Kommilitonen und ich schon in der Vorbereitung auf die Reise beschlossen noch ein paar Tage als Urlaub dranzuhängen.

noch ein paar Tage Freiheit

Diese Zeit nutzen wir, um noch weiter in die schottische Kultur und Landschaft einzutauchen. Wir fahren ans Meer, klettern Berge hinauf und besichtigen andere Städte wie zum Beispiel Glasgow. Unter der Woche haben wir außerdem noch Zugtickets für die Schottische Eisenbahn gekauft, mit der wir durch die Highlands fahren bis nach Inverness, eine Stadt die hoch im Norden Schottlands liegt. Dort verbringen wir noch zwei Tage und besichtigen das berühmte Schlachtfeld bei Culloden, wo die Engländer die Jakobiten 1746 vernichtend geschlagen haben und fahren am Tag darauf zum Urquhart Castle welches am Loch Ness liegt, der wohl berüchtigtste und bekannteste See in ganz Schottland.

Urquhart Castle am Loch Ness

Tag der Abreise

Leider vergeht die Zeit viel zu schnell und wir müssen bereits am nächsten Tag wieder abreisen. Wir sehen noch ein letztes Mal Edinburgh und fliegen dann wieder davon, zurück nach Deutschland, wo uns die Prüfungszeit erwartet. Wären wir mal lieber in Schottland geblieben bei den unglaublich freundlichen Menschen, der tollen Landschaft, den niedlichen Schafen und Rindern, den unendlich weiten Seen und den romantischen Sonnenuntergängen.

Auf Wiedersehen Schottland!

Rinderherde

 

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