Auslandssemester in Bali

Emily studiert Internationales Tourismusmanagement im 3. Mastersemester an der Hochschule in Görlitz. Ihr Auslandssemester verbringt sie in Bali, Indonesien. Hier erzählt sie von ihren Erfahrungen.

Neben den Vorlesungen blieb noch viel Zeit sich mit der Kultur und dem Land vertraut zu machen.

Neben den Vorlesungen blieb noch viel Zeit sich mit der Kultur und dem Land vertraut zu machen.

 

Die Vorbereitung
Für mich stand ziemlich schnell fest, dass ich mein Auslandssemester gerne außerhalb von Europa absolvieren möchte. Durch die Hochschule habe ich dann von der Udayana Universität auf Bali erfahren. Da ich früher schon zweimal in Asien unterwegs war, klang diese Möglichkeit für mich sehr verlockend und ich informierte mich im Internet und tauschte mich mit Studenten des höheren Semesters aus, welche auf Bali studiert hatten. Dadurch verstärkte sich mein Interesse das Auslandssemester auf Bali zu absolvieren.

Die Finanzierung
Anfangs machte ich mir ein bisschen Sorgen wegen der Finanzierung. Da die Studiengebühren selbst gezahlt werden mussten und zusätzlich noch Ausgaben wie Flug, Impfungen, Visum und das Leben vor Ort anstanden. Doch auch hier wurde ich schnell beruhigt und erfuhr durch die Hochschule, das Internet und andere Studenten von Finanzierungsmöglichkeiten. Meine erste Anlaufstelle für die Finanzierung war PROMOS. Mit einem Motivationsschreiben, meiner aktuellen Leistungsübersicht und einem kurzen Antrag, konnte ich mich für das Stipendium bewerben. Nach nur wenigen Wochen erhielt ich die Mitteilung, dass ich im Ranking den vierten Platz erreicht habe und somit ein PROMOS-Stipendium bekäme. Zusätzlich beantragte ich noch Auslands-BAföG. Das kann ich jedem nur empfehlen. Ich selbst hätte es fast nicht gemacht, weil ich mir sehr sicher war, dass ich es nicht bekommen würde. Am Ende wurde mir aber doch eine monatliche Summe bewilligt, die ich nicht hätte missen wollen. Für Indonesien muss der Antrag auf Auslands-BAföG beim Studierendenwerk Tübingen-Hohenheim gestellt werden. In den Semesterferien vor dem Abflug habe ich dann noch mehrere Wochen als Ferienarbeiterin in einem Industrieunternehmen gearbeitet, um mir so noch zusätzlich etwas Geld für die Zeit in Indonesien zusammen zu sparen. Mit diesen finanziellen Mitteln kam ich während des Auslandssemester auch gut zurecht.

Zudem liegt der Duft von Räucherstäbchen permanent in der Luft und überall finden sich kleine Opfergaben für die Götter. Das Essen war für mich ein persönlich das Größte. EMILY KLOSS

Die Bewerbung
Es gibt verschiedene Programme die es ermöglichen an der Universität auf Bali studieren zu können. Das Programm, mit dem auch die anderen Studenten von Görlitz bisher nach Bali gegangen sind, heißt IBSN. Auf der Webseite von IBSN stehen alle Informationen, die für die Bewerbung benötigt werden. Alle Unterlagen können über die Webseite hochgeladen und abgeschickt werden. Neben einem Anmeldeformular musste auch hier ein Motivationsschreiben abgegeben, zudem eine Registrierungsgebühr von 45 Euro überwiesen werden. Damit war die Bewerbung dann auch schon abgeschlossen. Bereits wenige Tage später erhielt ich die Zusage über den Studienplatz an der Udayana Universität und die Vorfreude konnte richtig beginnen. Die Studiengebühren in Höhe von 1.680 Euro mussten dann bis zwei Monate vor Semesterbeginn überwiesen werden. Erst ca. 6 Wochen nach Eingang der Studiengebühren erhielt ich die offizielle Immatrikulationsbescheinigung.


Organisatorisches
Für den Auslandsaufenthalt in Indonesien kamen noch einige organisatorische Pflichten auf mich zu. Zunächst kümmerte ich mich um meinen Flug nach Bali. Da ich nach Abschluss des Semesters in Bali jedoch noch nicht direkt nach Hause kommen wollte, buchte ich nur meinen Hinflug mit Thai Airways und Air Asia. Für die Einreise nach Indonesien musste ich jedoch einen Flug aus dem Land vorweisen und buchte so im Vorfeld einen günstigen Flug nach Malaysia. Der Reisepass musste bei der Einreise nach Indonesien noch für mindestens 6 Monate gültig sein. Da mein Reisepass noch längere Zeit gültig war, musste ich mich um nichts weiter kümmern. Jedoch benötigte ich für einen Aufenthalt in Asien noch einige Impfungen. Beim Gesundheitsamt in Görlitz wurde ich darüber sehr gut informiert und vereinbarte mit der Ärztin alle anstehenden Termine für die Impfungen. Insgesamt betrugen die Impfkosten ca. 500 Euro, wovon meine Krankenkasse nur ein Teil übernahm. Neben den Impfungen musste zusätzlich noch eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen werden. Ich schloss meine Versicherung über den ADAC ab, da ich dort bei vorherigen Auslandsaufenthalten gute Erfahrungen gemacht hatte. Über die Zulassungsstelle besorgte ich mir noch einen internationalen Führerschein, damit ich auch in Asien mit dem Roller fahren konnte. Dieser wird direkt vor Ort ausgestellt und kostet ca. 16 Euro.

Das Visum
Über IBSN wurde empfohlen, das Sozial-Kultur-Visum für den Aufenthalt zu beantragen. Dieses muss zunächst bei der Indonesischen Botschaft in Deutschland beantragt werden. Die Kosten dafür betrugen 50 Euro. Das Visum war jedoch erst einmal nur für 30 Tage gültig und musste dann auf Bali noch zweimal um jeweils 30 Tage verlängert werden. Die Universität unterstützte mich bei diesem Schritt, ich musste jedoch pro Verlängerung 600.000 Rupiah zahlen, was ungefähr 40 Euro entspricht. Somit lagen die Kosten für das Visum inklusive Versand und Passfotos bei ca. 150 Euro.

Die Unterkunft
Um die Unterkunft kümmern sich die Studenten selbst. Von ehemaligen Studenten habe ich den Tipp bekommen, dass ich diese am besten einfach vor Ort suchen sollte. Ein Studentenwohnheim gibt es nicht, so dass sich die meisten Studenten zusammenschließen und eine Villa mieten oder in ein Homestay ziehen. Auf der Homepage von IBSN gibt es auch einige Adressen als Anlaufstelle. Ich habe mit drei anderen Mädchen zusammengewohnt und wir haben gut eine Woche gebraucht bis wir unsere Unterkunft gefunden haben. Da viele andere Studenten ihre Unterkunft bereits von Deutschland aus gemietet haben, hatten diese dann in den ersten beiden Wochen natürlich schon mehr Zeit für Unternehmungen, während wir noch auf Besichtigungen waren. Aus diesem Grund würde ich empfehlen eine Woche vor Unibeginn anzureisen, um in Ruhe nach einer Unterkunft schauen zu können.
Auf Bali gibt es einige „Ballungsgebiete“ in denen viele Studenten wohnen. Von Deutschland aus kann man sich über diese Gebiete auf jeden Fall schon mal informieren, so dass man dann vor Ort nur nach Unterkünften in dieser Region sucht. Unsere Unterkunft befand sich nur 10 Minuten von der Uni entfernt. Dafür war Balis Nachtleben etwas weiter weg. In unserer Gegend gab es dennoch viele gute Restaurants und schöne Strände.

Ich habe mit drei anderen Mädchen zusammengewohnt und wir haben gut eine Woche gebraucht bis wir unsere Unterkunft gefunden haben. EMILY KLOSS

Das Studium
Die Udayana Universität hat zwei Campusse. Unser Campus befand sich in Jimbaran auf der Bukit-Halbinsel. Neben den Vorlesungsgebäuden gab es hier noch ein kleines Café sowie Imbisse, wo man mittags günstig und gut essen konnte. Bevor das Studium losging, gab es einen Kennenlern-Tag, der am Samstag vor dem Semesterstart in einem Restaurant am Strand abgehalten wurde und eine gute Gelegenheit war seine zukünftigen Kommilitonen schon einmal kennenzulernen. Zudem erhielten wir am ersten Unitag alle notwendigen Informationen zum Studium. Insgesamt waren wir im IBSN-Programm 200 Studenten, die sich auf drei Bachelor- und eine Masterklasse aufteilten. Alle Studenten kamen aus Deutschland und wir hatten auch nur mit den Studenten aus unserem Programm Vorlesung. Ich persönlich fand das etwas schade, da so der internationale Austausch zu kurz kam. Vorlesungen hatten wir immer nur von Montag bis Mittwoch und auch nur vormittags von 08.30 – 14.00 Uhr. Am Donnerstag fand immer eine Exkursion statt. Zudem hatten wir eine Anwesenheitspflicht von 75%. Dabei blieb jedoch noch immer genug Zeit, um Bali oder auch andere Inseln in Indonesien zu erkunden. Nach 6 Wochen hatten wir dann zwei Wochen Semesterferien, die sich sehr gut zum Reisen anboten. Am Ende des Semesters standen dann die Prüfungen an – schriftliche Prüfungen als auch mündliche Prüfungen in Form von Präsentationen sowie Hausarbeiten. Trotzdem hielt der Prüfungsstress sich in Grenzen und man konnte das Semester gut meistern.

Die Kultur
Die größte Herausforderung bei einem Auslandssemester auf Bali ist wohl die Kultur, die sich sehr von unserer unterscheidet. Bali ist geprägt vom Hinduismus und Zeremonien sind den Balinesen sehr wichtig, so dass alles andere (auch die Uni) dafür mal schnell in den Hintergrund gestellt wird. Mich hat die Kultur sehr fasziniert und ich war immer wieder begeistert davon, wie unterschiedlich das Leben dort im Vergleich zu Deutschland ist. Die Balinesen sind ein sehr freundliches Volk und nehmen auch Gäste gerne bei ihren Zeremonien auf. Ziemlich schnell gewöhnt man sich auch an das heiße Klima und den starken Verkehr. Zudem liegt der Duft von Räucherstäbchen permanent in der Luft und überall finden sich kleine Opfergaben für die Götter. Das Essen war für mich ein persönlich das Größte. Überall finden sich kleine Garküchen an denen man für wenig Geld indonesische Köstlichkeiten probieren kann.

Für mich war das Auslandssemester auf Bali ein absolutes Highlight, bei dem ich viel von Indonesien, seinen Menschen und seiner Kultur kennenlernen konnte. Ich würde das Auslandssemester auf Bali jedem weiterempfehlen.

Text und Bilder: Emily Kloss
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