Tagebuch einer Reise nach Krakau

Praxis statt Theorie – Ein Besuch in Krakau
Unter dem Motto „Filmtourismus“ stand die diesjährige Exkursion der Master-Ersties aus dem Studiengang Internationales Tourismusmanagement. Der Film „Schindlers Liste“ führte uns am zweiten Adventswochenende nach Krakau.

Schnell mal über die Grenze nach Polen – das kann jeder. Krakau versteckt sich jedoch etwas tiefer im Landesinneren und so war es nicht verwunderlich, dass es für uns Touristiker eine Premiere in der zweitgrößten Stadt Polens war.

Tag 1 // Neue kulturelle Erfahrungen

Es ist Freitagmorgen. Kalt und dunkel am Bahnhof Görlitz. Im Zug werden dann auch die letzten wach. In Breslau steigen wir um und erreichen unser Städteziel am frühen Nachmittag.

Erste interkulturelle Vergleiche zu unserem Nachbarland ziehen wir auf dem Weihnachtsmarkt, der sehr präsent auf dem Hauptmarkt Krakaus ist. Anschließend wird der Rest des Stadtkerns, in dem die Straßen schachbrettartig angeordnet sind, erkundet. Zwischen alten Barock- und Gotikgebäuden klappern überall schneeweiße Pferdekutschen. Weihnachtsdekoration ist zu dieser Jahreszeit auch hier allgegenwärtig.

Das Tagesziel einiger Studenten: Polnische Küche probieren. Nach den Bigos auf dem Weihnachtsmarkt zieht es uns in ein Hinterhofrestaurant, das sich zu unserem Überraschen als ein kleiner Geheimtipp herauskristallisiert. Die Bestellung: Piroggen in allen Variationen. Hausgemacht, köstlich und preislich unschlagbar. Generell sind die Preise überall sehr günstig. Für das kleine Studentenbudget ist Krakau daher ein Top-Reiseziel.

Tag 2 // Was wir über Krakauer Krippen, den Wawel-Drachen und weißes Gold erfuhren

Am Samstag lernen wir auf einer dreistündigen Stadtführung viel Neues zur Stadtgeschichte und den Bewohnern. Am ehemaligen Stadttor treffen wir auf unseren Guide und die Reise durch die Vergangenheit beginnt. Im Mittelalter wurde Krakau populär durch den Handel mit Salz, auch weißes Gold genannt. Auch in die Universität, in der sowohl schon Kopernikus als auch Papst Johannes Paul II in ihren jungen Jahren studierten, werfen wir einen Blick. Auf dem Wawel, der Erhebung mit Königsschloss und Kathedrale, erzählt unsere Stadtführerin die Sage von dem bösartigen Drachen, der einst unter der Wawel-Burg gelebt haben soll und mit einer List besiegt wurde. In der opulenten Marienkirche gegenüber der Tuchhallen am Hauptmarkt endet die kurzweilige Führung für heute.

Am Nachmittag knüpfen wir dann an die lukullischen Erlebnisse des Vortags an. So essen wir zum Beispiel die typischen, mit Rosenmarmelade gefüllten Pfannkuchen (anderenorts Berliner oder Krapfen genannt). Gemeinsam verbringen wir den Abend bei traditionell neapolitanischer Pizza und Pasta – eben ganz im Sinne des Moduls „Internationaler Tourismus“.

Tag 3 // Auf den Spuren der Vergangenheit

Kazimierz und die Drehorte des Filmes von Steven Spielberg sind am Sonntag auf dem Exkursionsprogramm. Das jüdische Viertel ist keine dreißig Gehminuten vom Stadtkern entfernt und hat doch eine ganz spezielle Entwicklung durchgemacht. Vom eigenen Stadtstatus, bis zur jüdischen Besiedlung und späteren Umsiedlung hat der Stadtteil einiges erlebt. Nach dem Erfolg des Films „Schindlers Liste“ wurde die fast vergessene Gegend zum Touristenmagnet. Mit dem Besuch des Museums in der ehemaligen Emaillegefäßfabrik von Oskar Schindler auf der anderen Flussseite, verabschieden wir unseren Guide und machen uns nun selbst ein Bild von der Geschichte Krakaus während des Zweiten Weltkrieges. Vom Fußmarsch und den unzähligen Eindrücken erschöpft, kommen wir bei individueller Abendgestaltung im belebten Zentrum Krakaus wieder zu Kräften.

Tag 4 // Rückreise

Nach einem ausgiebigen Frühstück und den letzten Besuch des Weihnachtsmarktes übergaben wir die Zimmerschlüssel unserer Unterkunft. Während unserer Rückfahrt erfahren wir am eigenen Leib, dass nicht nur die Deutsche Bahn mit Verspätungen zu kämpfen hat. Auch wir warteten fast 70 Minuten am Bahnhof in Krakau auf unseren Zug der polnischen Bahn. Zum Glück haben wir noch unseren Anschlussbus in Breslau erwischt und kamen am Abend erschöpft und mit vielen verschiedenen Eindrücken wieder in Görlitz an.

Von Arlene & Nicole

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail