Deutschlehrer in Sibirien!

Bevor Agata, Manuel und ich nach Irkutsk (die Hauptstadt von Sibirien) flogen, hatten wir überhaupt keine Ahnung, wie das Leben in der Mitte der Erde aussieht. Es schien für uns nicht nur wie eine Reise, sondern auch wie ein Abenteuer ins Unbekannte. Gleichzeitig freuten wir uns auf die Studenten, die wir kennenlernen würden und die ihre Deutschkenntnisse verbessern wollen. Das war schließlich auch der Zweck der Reise – deutsch zu unterrichten.

Der Flug von Berlin nach Moskau dauerte ca. 2,5 Stunden. Danach müssten wir 2 Stunden auf dem Flughafen warten bis unser Flugzeug nach Irkutsk ankam und…. Tadammmm! Da wartete schon unser Airbus auf uns! Hinzu kamen noch weitere 6 Stunden und plötzlich landeten wir in Irkutsk. Ein seltsames Gefühl überkam uns. Schließlich befanden wir uns 7000km entfernt von Görlitz – mitten in Sibirien.

Die ersten Tage waren ziemlich schwierig für uns, da wir uns weit entfernt von Deutschland befanden und keiner von uns russisch konnte. Nach ein paar Tagen hatte sich das schon ein bisschen geändert – wir haben nämlich immer mehr Studenten kennengelernt und konnten uns zunehmend an das neue Umfeld anpassen. Mit jedem vergangenen Tag erwarben wir mehr Kenntnisse über die russische Sprache. Diese war auch dringend notwendig, da fast niemand in Irkutsk englisch spricht oder versteht. Wir konnten bereits selbstständig im Restaurant bestellen, an der Kasse bezahlen, im Bus den Haltewunsch äußern oder einfach simple Kommunikationen führen. Wir lernten viele unglaublich nette Leute kennen, mit denen wir auch jetzt nach der Reise weiterhin im Kontakt stehen.

Kurze Pause am Ufer

Kurze Pause am Ufer

 

Erst nach drei Tagen haben wir mit unserem Unterricht angefangen. Es waren viele Gruppen, ungefähr 5 und jede lernte fleißig, was wir auch nicht erwartet hatten, weil , wie jeder weiß, die deutsche Sprache nicht zu den leichtesten gehört. Das Niveau war zwar nicht so hoch wie bei Muttersprachlern, aber dennoch erwies sich der Untericht mit ihnen als ziemlich anstrengend. Anstatt nur langweilige Lektionen mit zahlreichen Aufgaben durchzuackern, wollten wir lieber Gespräche in verschiedensten Themen führen, deutsche Musik vorstellen und die Texte dann übersetzen und verstehen lernen. Damit brachen wir das Eis und es gelang uns, die Studierenden zu motivieren. Das wichtigste aber kam erst nach dem Unterricht, und zwar die Barabende mit den Studenten. Wir verstanden dies als eine Art „inoffizieller Unterricht “. Damit konnten wir mit den Studenten ohne Zwang und Stress sprechen. Nicht nur die Studenten konnten unheimlich viel über unsere, sondern auch wir über ihre Kultur erfahren. Unsere Taktik war klar: wir mussten uns etwas ausdenken, damit die deutsche Sprache im Kopf bleibt.

Deutschunterricht – Manuel spielt und singt deutsche Lieder

Deutschunterricht – Manuel spielt und singt deutsche Lieder

 

Aber wie sieht die Stadt eigentlich so aus? Und Ist der Baikalsee auch wirklich so schön wie jeder sagt? Die Stadt selbst ist sehr groß (fast 600 000 Einwohner) und, entgegen unserer Erwartungen, überraschend interessant und schön. Zahlreiche Denkmäler, Cafe‘s, Restaurants und Bars führen nur zur einem Wort: Wow. Und nun zum Baikalsee… Er stellte für uns alle wahrlich ein besonderes Erlebnis dar. Ein See, der eher wie ein Meer aussieht und genauso kalt ist. Es war für uns unvorstellbar, dass wir vor dem tiefsten Süßwassersee der Welt mit einer maximalen Tiefe von etwa 1,6 Kilometern standen. Wenn man sich nun vostellt, wie der Abgrund des Sees ohne Wasser aussehen würde, dann  ist dies schon sehr beeindruckend.

 

Der Baikalsee mit alten, russischen Auto UAZ

Der Baikalsee mit alten, russischen Auto UAZ

kurz vor dem einfrieren... :)

kurz vor dem einfrieren… 🙂

 

Alles in allem sind wir sehr froh darüber, dass wir diese einmalige Gelegenheit genutzt haben. Die Reise war für uns alle eine große Bereicherung und wir sind uns darüber einig, dass wir sie jederzeit wiederholen würden.

Daswidania!

Manuel Schubinski, Andrzej Dmytruk und Agata Grabczewski

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