Grüsse aus Ghana!

Gastbeitrag von Kim:

AKWAABA! Zu Deutsch Willkommen! So werden Besucher in Ghana empfangen. Nichts gefällt Ghanaern mehr, als wenn sich ihre Besucher wohl fühlen. Um dies zu erreichen tun sie fast alles. Dementsprechend kam auch ich nicht darum herum, mich in das Land, dessen Landsleute und Kultur zu verlieben und ich würde mich freuen euch ebenfalls für Ghana begeistern zu können.

Mit den Trainees vor dem Gewächshaus

Mit den Trainees vor dem Gewächshaus

Jedoch besuche ich hier in Ghana keine Vorlesungen, sondern absolviere mein interkulturelles Praxisprojekt im Masterstudiengang Kultur und Management der HS Zittau/Görlitz bei The Samuel Wellington Botwey (SWEB) Foundation. Vision der SWEB Foundation ist es Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren sowie ihnen soweit es geht ein unabhängiges Leben zu ermöglichen. Ich habe mich bei der SWEB Foundation dazu entschieden, das Accra Mushroom Project zu unterstützen. Beim Accra Mushroom Project bekommen in einem Zyklustraining von drei Monaten zehn Menschen mit Behinderung, die sogenannten Trainees, im Alter von 20 bis 40 Jahren beigebracht, wie Pilze angepflanzt, gepflegt, verpackt und verkauft werden. Nach den drei Monaten sollen die Trainees in der Lage sein, bei sich zu Hause Pilze anzupflanzen, die dann verkauft werden können. Dies ermöglicht ihnen die Chance selbstständig Geld verdienen zu können.

Im Gewächshaus

Im Gewächshaus

Bei meiner Ankunft wurde ich sofort als vollwertige Project Managerin des Accra Mushroom Projects betrachtet, in alle Arbeitsprozesse eingeweiht, und mir wurde einer Menge Verantwortung übertragen. Das Projekt verbindet so einige Disziplinen – von Behindertenpädagogik über Entwicklungsmanagement bis Urban Gardening.

Spaß darf neben der Arbeit nicht fehlen

Spaß darf neben der Arbeit nicht fehlen

Ich freue mich sehr Teil des Accra Mushroom Projects sein zu können und hoffe während meines Aufenthalts von drei Monaten positiven Einfluss nehmen zu können. Aus diesem Grund suche ich nach weiteren Volunteers aus der ganzen Welt, die mit den Trainees zusammenarbeiten. Damit seid auch ihr angesprochen! Von außen betrachtet erscheinen solche Projekte klein und unscheinbar in der großen Weltpolitik, aber für die Betroffenen bedeutet solch eine Hilfe unglaublich viel. Und für den, der hilft ist die Dankbarkeit und Freude der jungen Menschen ein unbezahlbarer und unvergesslicher Lohn.

Kontaktiert mich für weitere Informationen und kommt schon bald nach Ghana. Ghana ist ein Land, in dem viel gelacht wird, und die Menschen die Gabe haben auch über sich selbst richtig lachen zu können. Hinzu kommt die Tatsache, dass Musik und Tanz in Ghana immer dazugehören. Somit ist Spaß garantiert.

Ich wohne hier mit anderen Studenten aus Ghana und Benin zusammen. Schon mein Arbeitsweg ist ein kleines Abenteuer für sich, denn das Haus liegt nicht an einer asphaltierten Straße und kann somit auch nicht direkt mit einem Auto erreicht werden.

Mein Arbeitsweg

Ich auf meinem Weg zur Arbeit

Zunächst muss ich über ein kleines Bächlein über ein Holzbrett balancieren und dann laufe ich etwa 15 Minuten auf einer Sandstraße bis ich schließlich eine richtige Straße erreiche.

Die Wochenenden verbringe ich gerne mit meinen Freuden am Strand oder reise durchs Land. Ghanas Landschaft ist abwechslungsreich und besticht mit seiner Schönheit. Gegessen wird meistens mit der Hand, mit der rechten Hand. Die linke Hand gilt als unrein, sodass auch nichts mit links gereicht oder entgegengenommen werden darf. Essen in Ghana ist stets scharf, egal ob Reis, Fufu oder Fleisch, Chilli darf nicht fehlen. Dies hat dazu geführt, dass ich zu Anfang des Öfteren mit einem Taschentuch in meiner freien linken Hand essen musste, um mir meine Nase und Augen zu putzen.

Der Verkehr ist laut, denn gehupt wird ständig und chaotisch. Die öffentlichen Verkehrsmittel bestehen aus Bussen, den sogenannten Trotros. Trotros sind Sprinter, die fast auseinanderfallen. In einem Sprinter, in den in Deutschland höchsten neun Menschen passen, finden hier 20 Menschen Platz.

Freizeit am Strand

Freizeit am Strand

Die Liste an Besonderheiten ist endlos und ich könnte mich zu Tode schreiben. Fakt ist, dass Ghana mein Leben bereichert hat und ich euch nur wärmstens ans Herz legen kann nach Ghana zu kommen. Ich habe schon vier Kontinente bereist und in Ghana bin ich zum dritten Mal für einen längeren Aufenthalt, das alleine sagt schon aus wie wohl ich mich hier fühle.

Ghana ist ein Entwicklungsland, Stromausfall gehört beispielsweise zum Alltag dazu. Jedoch werden alle vermeintlich negativen Aspekte durch viel mehr positive aufgewogen. Ich würde mich vor allem sehr freuen, wenn ihr Lust hättet das Accra Mushroom Project zu unterstützen, sodass es bald für euch AKWAABA heißt.

 

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