Grüße aus Dapa!

Gastbeitrag von Armin Hirche über sein Praxissemester in Kolumbien:

Da ich ja schon seit 2012 in der NGO Dapaviva Ehrenmitglied bin, habe ich klare Aufgaben und Ideen zur Verwirklichung im Projekt gehabt. In der ersten Woche des Aufenthaltes habe ich mich in die Problematik der Reservats-Schutzbedingungen eingearbeitet und habe an zahlreichen Versammlungen teilgenommen zum Beispiel auch beim “International congress of enviornmental history and economics history”. Hierbei war es wichtig, dass ich mich mit dem kolumbianischen Umweltgesetzen vertraut gemacht habe. Meine wesentliche Aufgabe in diesen 6 Monaten war es, die Populationsdichte der kolumbianischen Nachtaffen (Aotus cf. lemurinus) zu bestimmen und noch einige andere Daten, wie beispielsweise die Vegetation, aufzunehmen.

Im NebelwaldDie Zeit, die ich in den Nebelwäldern verbracht habe, war auf vielen Ebenen sehr bereichernd für mich. Ich bin nun in der Lage, über das Ökosystem in allen Einzelheiten Aussagen zu treffen. Ich habe das Wissen über und die Fähigkeit des Umganges mit einem sehr wichtigen Conservation-Tool erworben. Mit der Software Distance 6.0 bin ich in der Lage, Monitoring von Tieren und Pflanzen zu planen und auszuführen. Die Arbeit in der Organisation gab mir einen Überblick über das, was am wichtigsten ist, um ein Ökosystem zu schützen. Im Hinblick auf die weitere Forschung und die Erhaltung der Nachtaffen, ist es wichtig, dass wir ein Projekt gründen, das sich ausschließlich mit den Affen beschäftigt. Mit der Datengrundlage über die Populationsdichte können wir nun vertiefende Forschungen und ökologische Studien durchführen, die uns helfen, die Nachtaffen zu schützen und ihr Leben besser zu verstehen.

Armin während seiner NachtarbeitDie Arbeit mit den Nachtaffen war für mich eine sehr intensive Erfahrung. Die nächtlichen Datensammlungen im Nebelwald waren eine ziemliche Herausforderung, weil man lernen musste, mit seinen Ängsten klarzukommen. Man musste auch mit den durchaus realen Gefahren, die von den nachtaktiven Tieren ausgehen können, umgehen. Nachts 15 Meter hoch auf einen Baum klettern, sich sichern und festhalten und dann noch filmen oder Fotos von den Affen machen, ist nicht gerade eine alltägliche Aufgabe.

Bei meiner Arbeit in Dapa ist mir sehr deutlich geworden, wie eng das Zusammenspiel von Ökologie, Wirtschaft und Gesellschaft den Naturschutz beeinflussen. Diese drei Bereiche können in einem Sozio-Ökosystem keinesfalls getrennt betrachtet werden.

Während der Auswertung der Daten habe ich mich beim Internationalen Kongress für Mastozoologie mit der Praxisarbeit beworben und habe jetzt eine Zusage bekommen. Ich könnte meine Forschungsergebnisse in Bogota vorstellen. Außerdem habe ich ein Jobangebot in der Stadt Yumbo für eine Stelle als Umweltpädagoge in einer privaten Schule bekommen.

Im Nebelwald

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