Grüsse aus Danzig!

Gastbeitrag von Maria:

Połowa! Już?
Ich bin Maria und studiere für ein Semester in Danzig Management/Unternehmensführung.Maria in Danzig
Als eine der letzten unseres Jahrgangs setzte ich mich Ende September in den Zug – nicht ins Flugzeug, wie die meisten anderen – um mein Auslandssemester anzutreten. Von vornherein im Curriculum integriert, war dieses einer der vorherrschenden Gründe für mich, im Jahr 2013 Studentin im Fach Kultur und Management an der Hochschule Zittau/Görlitz zu werden. Warum Danzig? Ich liebe die Ostsee. Fand, dass „Management“ bisher im Studium zu kurz gekommen ist. Kenne und mag Polen durch 2 Jahre in Görlitz bereits so gut und sehr, dass mir ein Kulturschock erspart bleiben sollte. DENKSTE!
Von bereits nach Danzig gereisten Freunden und Bekannten hatte ich zuverlässig folgende zwei Aussagen zu hören bekommen, wenn ich von meinem Auslandssemester erzählte: „Ach, Danzig ist soooo schön! Du Glückliche!“ und „Da brauchste nicht mal Englisch, die können da alle Deutsch!“
DENKSTE! Kein einziger Angehöriger des Wohnheimpersonals spricht auch nur ein Wort Englisch. Die Zimmer (klein), die Duschen (2 für die komplette Etage), die Küche (null Equipment, kein Topf, keine Pfanne, nada)!!! Ich muss mich als EU-Bürger, der für lächerliche 4 Monate hier zu studieren gedenkt, bei der Woiwodschaft UND der Stadt anmelden? Mit Formularen, die komplett auf Polnisch auszufüllen sind?? Ein kopfschüttelndes „Das-ist-doch-nicht-euer-Ernst!“ jagte in der ersten Woche das nächste.
Ebenso wie die zahlreichen Erasmus-Willkommensveranstaltungen, von denen ich genau eine wahrgenommen habe. Diese eher desaströse Stimmung hielt ziemlich genau eine Woche an, dann siegte die Freude darüber, in dieser wunderschönen Stadt wohnen und leben zu dürfen. Kontakt zu polnischen Studenten / jungen Leuten aufzubauen war schwieriger als erwartet, doch mittlerweile hat sich ein kleiner, aber feiner Kreis von Menschen gebildet, die mich hoffentlich länger als ein Semester lang begleiten werden. Ein weiterer Beweis für den erfolgreich abgeschlossenen Assimilationsprozess: beim Bestellen meines Lieblingskaffees in meinem Lieblingscafé wurde ich von der neuen Bedienung tatsächlich für eine Polin gehalten!Danziger Strand
Zu meiner eigentlichen Daseinsberechtigung: mein Uni-Anwesenheits-Soll sind 25 Stunden. Pro Monat! Das Niveau der Kurse ist gefühlt niedriger als in Görlitz und daher trotz Fremdsprache gut zu schaffen. Vielleicht hatte ich bei der Wahl der Kurse ein glückliches Händchen, aber vielleicht haben die Dozenten hier tatsächlich generell eine andere Herangehensweise an die Arbeit mit Studenten. Oft hat man das Gefühl, dass die Lehrenden hauptsächlich an der persönlichen Weiterentwicklung der Studenten, denn an der Vermittlung theoretischer Inhalte interessiert sind. Ist wohl nicht jedermanns Sache, mir persönlich gefällt’s.
Danzig StrandpromenadeSchon nach zwei Wochen wusste ich, dass ich daheim in Deutschland das Meer direkt vor der Haustür schmerzlich vermissen werde. Vielleicht sollte man über ein Master-Studium in Danzig nachdenken?

 

 

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