Grüße aus Skopje!

Gastbeitrag von Rico: In der Zeit vom 31.08. bis 01.10.2015 war ich im Zuge eines IAESTE-Programms in der Firma Pharmachem (Skopje, Mazedonien) in der Umweltabteilung bzw. im Umweltlabor tätig. Die Aufgaben dieser Abteilung sind es vornehmlich Wasser- und Bodenproben zu nehmen und zu analysieren, Luftemissionen stationärer Quellen zu messen, Lärmpegelmessungen und die Erfassung von ionisierender Gammastrahlung.

Während meines Praktikums habe ich verschiedene Bereiche kennengelernt und vielseitige Aufgaben bekommen.

Innenstadt von Skopje

Innenstadt von Skopje

Zunächst wurde ich mit verschiedenen Normen und Standards zu Analyseverfahren und Feldmessungen vertraut gemacht. Deren Inhalt sollte ich selbstständig erfassen und mit deutschen Standards vergleichen. Zum Teil habe ich auch an der Übersetzung einer deutschen Norm in die englische Sprache gearbeitet. Ferner setzte ich mich mit der Thematik zur Messungenauigkeit in Umweltlaboren auseinander. Für meine Recherche nutzte ich Benutzerhandbücher, Empfehlungen und offizielle Normen.

Ein Teilaufgabengebiet der Firma ist die Analyse von Gasen (vornehmlich Abgasen). Ich erhielt eine Einführung in das Messverfahren und wurde mit dem Messgerät vertraut gemacht. Wenig später habe ich die erlernten Kenntnisse bei einer Abgasmessung in einer Katalysatorfabrik angewandt, indem ich selbstständig Messungen zur Gasanalyse vornahm. Die ermittelten Daten aus dem Messgerät wurden mittels einer speziellen Software ausgelesen und von mir in ein geeignetes Format umgewandelt.

Ein anderer Arbeitsbereich von mir war die Temperaturüberwachung in einer Lagerhalle für pharmazeutische Produkte.

Das nächste große Teilgebiet war das der Wasseranalysen von Oberflächen- und Abwasser. Dafür nahm ich selbstständig eine Abwasserprobe einer Sortierungsanlage für Kies und Sand. Im Labor wurden dann verschiedene Parameter nach standardisierten Verfahren selbständig ermittelt: Anteil der Festpartikel, BSB, pH-Wert und elektrische Leitfähigkeit. Zudem wurden weitere Parameter mittels Photospektroskopie analysiert: TOC, CSB, Nitrat, Nitrit, Sulfat und Chlorid.

Das letzte Teilgebiet, welches ich kennengelernt habe, war die Ermittlung des Lärmpegels in Räumen von Wohnungen und Bürogebäuden.

Die Arbeitsatmosphäre war stets sehr angenehm und ich fühlte mich rasch in das Team integriert. Meine Arbeitskollegen waren immer sehr freundlich und hilfsbereit. Sie nahmen sich immer die Zeit fachliche Angelegenheiten zu besprechen. Bei der Organisation der Arbeitstage fanden sich für mich sehr oft abwechslungsreiche Aufgaben. Neben fachlichen Gesprächen habe ich auch einiges über das Land und die Kultur erfahren. Ich bekam viele Hinweise über alltägliche Dinge und wurde unterstützt, wenn es Probleme gab.

Alles in allem hatte ich in meinem Praktikum eine sehr erfahrungsreiche und schöne Zeit.

Neben dem Praktikum habe ich viele Eindrücke in Mazedonien sammeln können. Nach der Arbeit ging ich ‒ zusammen mit anderen IAESTE-Praktikanten ‒ vielen verschiedenen Unternehmungen nach. Wir erkundeten die Stadt und ihre nähere Umgebung, besuchten Museen, Konzerte und Sportveranstaltungen, veranstalteten Kochabende, trafen uns in Bars und Restaurants sowie viele andere Dinge. Häufig waren auch Einheimische (meist von IAESTE) mit dabei. Meine Erfahrung zeigt mir, dass die meisten Einheimischen sehr kontaktfreudig, freundlich und hilfsbereit sind. Dies trifft besonders auf die örtlichen IAESTE-Mitglieder zu.

Skopje bietet für jeden ein vielfältiges Kulturangebot, meist zu erschwinglichen Preisen. Das Leben in der Stadt hat aber auch seine Schattenseiten. Es liegt sehr viel Abfall auf der Straße und die Luftqualität ist durch das täglich hohe Verkehrsaufkommen und die schlechte Zirkulation meist sehr schlecht.

Matka See in Mazedonien

Matka See

Am Wochenende sind wir fast immer in eine andere Gegend Mazedoniens gefahren. Vom zentralen Busbahnhof in Skopje kommt man für wenig Geld fast überall hin, auch in angrenzende Länder. Ich habe hauptsächlich den Westen des Landes kennengelernt: Skopje, Matka, Bitola, Prilep und Kruševo. Besonders empfehlen kann ich die Naturlandschaften um Bitola und Prilep sowie den Matkasee in der Nähe von Skopje.
Für Leute die gerne Wandern gehen und die Natur genießen wollen, bietet das Land viele Möglichkeiten. Sehr empfehlenswert ist auch der Besuch in örtlichen Restaurants, da das Essen zum einen meist sehr gut und qualitativ hochwertig und zum anderen nach mitteleuropäischen Verhältnissen sehr günstig ist.

Ausgrabungsstätte und Ruinen "Heraclea Lyncestis" bei Bitola, Mazedonien

Ausgrabungsstätte und Ruinen “Heraclea Lyncestis” bei Bitola, Mazedonien

Zusammenfassend kann ich sagen, dass sich ein Besuch in Mazedonien schon allein wegen der Natur und Landschaft lohnt. Darüber hinaus kann ich jedem nur empfehlen an einem solchen internationalen Austausch teilzunehmen.

Rico studiert im Master-Studiengang ‘Biotechnologie und Angewandte
Ökologie’ mit der Vertiefung ‘Schutz und Nutzung der Biodiversität’ im dritten Semester.

 

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